Jeder fragt nach seiner Identität. Schwul? Muslim? Franzose? Marokkaner? Anstatt sich für eine Seite zu entscheiden, schreibt er ein Buch. Ein Buch über den Wald und die Stadt, Paris und Tanger, Scham und Vergebung, Dating-Apps und spirituelle Entdeckungen. Ein Buch über das Aufwachsen als Kind der Diaspora im ländlichen Frankreich, mit Wünschen, die sich nicht für immer unterdrücken lassen.

Da ist sein strenger marokkanischer Vater, der von ihm verlangt, sich wie ein Junge zu verhalten. Also färbt er sich die Haare, um ihn zu provozieren. Der Streit eskaliert und er hat endlich einen Grund, von daheim zu verschwinden. Auf den Dating-Apps suchen Männer nach »frischem arabischen Fleisch«, was ihn anwidert. Und dennoch verschwindet er begierig in ihrer Lust. Als der Vater seines Vaters stirbt, muss er sich seiner Familie erneut stellen.

In dichter, bildhafter Prosa liefert uns Marouane Bakhti mit ›Wie man aus der Welt verschwindet‹ eine wunderschöne Nicht-Antwort auf die Frage nach seiner Identität.

Aus dem Französischen von Arabel Summent
Was bleibt, wenn das eigene Kind stirbt – und mit ihm alles, was einmal selbstverständlich war?

›Ein Kind ist ein ganzes Leben‹ von Pina Kühr.

Der Roman nähert sich mit großer sprachlicher Klarheit einer Erfahrung, für die es kaum Worte gibt: dem Verlust eines Kindes. Im Zentrum steht Mathilda, deren Leben nach dem Tod ihres Sohnes aus der Balance gerät. Zwischen Funktionieren und Sprachlosigkeit, zwischen Bühne und Rückzug beginnt ein langsamer Prozess der Annäherung – an die eigene Trauer und an sich selbst.

Ein leiser, eindringlicher Text über Verlust, Erinnerung und die Möglichkeit eines Weiterlebens.
Ein weiterer Schauplatz in Hendrik Otrembas neuem Roman »Der Gräber«: Die St. Michaelkirche in Berlin. Als Sinnbild der Zerstörung ist sie Inspiration für die Welt im Post-Anthropozän, durch welche uns Oswalth Kerzenrauch führt. 

Hendrik Otrembas »Der Gräber« – Out Now als Buch und eingelesen vom Autor als Hörbuch! 

#märzverlag #hendrikotremba #dergräber #berlin
Andreas Biss und Rudolf Kastner gelang mit dem Komitee für Hilfe und Rettung im Jahr 1944 das Unvorstellbare: Indem sie sich als Stellvertreter der »Jüdischen Weltmacht« ausgaben, die es selbstredend nur in den fanatisch-paranoiden Köpfen der Nazis gab, traten sie mit Eichmann und Himmler in Verhandlung über die Rettung von ungarischen Juden. Im Tausch gegen Lastwagen, Devisen und Rohkaffee wurden so insgesamt 1.686 Menschen in den später so genannten »Kastner-Zügen« aus Budapest über das KZ Bergen-Belsen in die freie Schweiz gebracht.

Ständig die eigene Deportation vor Augen, nutzten Biss und Kastner die widerstreitenden Interessen der Nazis, deren Angst vor der vorhersehbaren Niederlage, vor einer möglichen kommenden Vergeltung – und ihre Gier nach Geld und Macht. Schließlich konnten sie sogar erreichen, dass in den letzten Monaten vor der Befreiung keine ungarischen Juden mehr im KZ Bergen-Belsen ermordet wurden. Das für Himmler wertvolle »Tauschmaterial Juden« sollte nicht mehr »im Gas vergeudet« werden. Nach dem Ende des Nazi-Regimes wurde Biss und insbesondere Kastner vorgeworfen, als Juden mit den Henkern verhandelt zu haben. Rudolf Kastner wurde 1958 in Israel auf offener Straße erschossen.
Diese beiden Titel aus unserem Frühjahrsprogramm könnt ihr jetzt auch als Hörbuch hören – Hendrik und Thea haben ihre Bücher beide selbst für euch eingelesen. Ab jetzt überall wo es Hörbücher gibt! 🎧

#märzverlag #korbinianverlag #hendrikotremba #theamantwill
Gibt es zu wenige zeitgemäße männliche Vorbilder in der Literatur? Lukas Hoffmann erzählt, wie aus dieser Frage sein Roman »Wassermann« entstanden ist – als Gegenentwurf zu überholten, oft toxischen Männerbildern. Eine einfühlsame Geschichte über die Suche nach Identität und ein neues Verständnis von Männlichkeit, geprägt von Brüchigkeit, Aktivismus und Fürsorge.

#märzverlag #lukashoffmann #wassermann #comingofage
Cookie-Einwilligung mit Real Cookie Banner