Der Gräber

Roman
274 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag und Lesebändchen

Oswalth Kerzenrauch überlebt den 3. Weltkrieg und die Zerstörung der Natur.
Als die letzten Menschen die Erde verlassen, bleibt er allein zurück in den Ruinen Berlins.
Ein eindringlicher Roman über Verlust, Liebe, den Untergang der Welt – und die Frage, was bleiben wird.

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Die Leseprobe enthält die ersten Seiten des Buchs.

19,9924,99

Beschreibung

Oswalth Kerzenrauch, genannt ›der Gräber‹, stirbt nicht. Und so überlebt er alle, die er je geliebt hat, auch seine Tochter Luzie, die er bis ins hohe Alter begleitet. Die Wirren des Dritten Weltkrieges hat er ebenso durchstanden wie die endgültige Zerstörung der Flora und Fauna. Als die letzten Erdenbewohner den unwirtlichen Planeten in Richtung Nektar II verlassen, bleibt er mit den wenigen Zurückgelassenen in den Ruinen Berlins zurück. In einer Welt nach der Menschheit entsteht dort in den Trümmern eine widersprüchliche Idylle. Je einsamer er wird, desto mehr verliert er sich in seinen schönsten und in seinen furchtbarsten Erinnerungen.

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Was aber bedeutet das Weltende für einen, der verdammt ist, es zu überdauern? Hendrik Otrembas vierter Roman erzählt kontrastreich die Geschichte eines einfachen Mannes, der in unserer Epoche geboren und in der Unendlichkeit gestrandet ist. Er weiß von der Liebe zum Leben und zu den Menschen, aber auch vom Schrecken der Zivilisation – und stellt angesichts deren Endes die Frage, was von uns übrig bleibt, wenn niemand mehr da ist, sich an uns zu erinnern.Zwischen herzerschütternden Erinnerungen an vergangene Lieben und nervenaufreibenden Schilderungen des politischen, sozialen, ökologischen Untergangs, gelingt Hendrik Otremba Unerhörtes: Er findet eine Sprache für eine Zukunft, die wir nicht einmal denken können, ein Vokabular für das Post-Anthropozän.

Pressestimmen

»Otremba erzählt von einer zerbrochenen Zukunft mithin auf zwei gebrochenen Zeitebenen: Das Hier und Jetzt des Gräbers zwischen den längst von Flechten überwucherten Ruinen von Berlin changiert beständig mit einer noch heilen Vergangenheit, die natürlich unsere vermaledeite Gegenwart ist. Doch das ist nicht die einzige erzählerische Finesse des Romans. Dieser lässt sich auf mehreren Ebenen lesen: zunächst als eine Art retro-futuristische Psychogeografie von Berlin, die, ganz im Sinne der dystopischen Hollywood-Fantasien über von der Natur wiedereroberte Großstädte, vom Leben und Überleben in den zerstörten Vierteln wie Kreuzberg, Neukölln oder Mitte erzählt. (…) Diese drei Sinnebenen verschachtelt der in Vorausschauen und Rückblicken komponierte Roman in wechselnden sprachlichen Stilregistern auf beeindruckende Weise. Ablesbar ist das beispielsweise an der virtuosen Handwerkskunst, mit der das Wort- wie das Motivfeld des Grabens in den Text eingearbeitet wurde.«
Uwe Schütte, taz

»›Der Gräber‹, Hendrik Otrembas neuer Roman, sprengt gängige Genre-Konventionen und handelt von nichts weniger als vom Ende der menschlichen Zivilisation und fragt nach einer Perspektive jenseits des Anthropozäns. Trotzdem ist es durch und durch ein Berlin-Roman. Zusammen mit dem eigenwilligen Anti-Helden Oswalth Kerzenrauch, der schon zigfach ermordet wurde und trotzdem weiterlebt, kann der Leser durch diese Stadt der Zukunft laufen und spotlightartig ihre Geschichte der kommenden 200 Jahre miterleben. […] Da die Gewalt auf der Erde nie abreißt, ist auch die Liebe von Kerzenrauch und Canta Luna in Gefahr. Sie fliehen gemeinsam auf ein Raumschiff, um ganz am Ende eine verblüffende Entdeckung zu machen. Auch wenn dieser dystopische Roman ungemein düster ist, reißt er mit erzählerischer Wucht hinter der Finsternis einen utopischen Horizont auf. Großartig!«
Florian Schmid, neues deutschland

»Hendrik Otremba wirft Okularblicke über eine Ruinenstadt nach der Apokalypse, nachtschwarze und doch punktgenaue Perspektiven. Für seine Fallkonstruktion verfluchte der Autor seinen Protagonisten mit dem ältesten aller Menschenträume: Oswalth Kerzenrauch kann nicht sterben. […] Seine Wege kreuzen den Raketenbahnhof auf dem Tempelhofer Feld. Der ehemalige Schlosser haust über dem Oranienplatz und gerät in die Fänge eines ideologischen Zirkels am Wannsee. […] Ziemlich düster, aber sehr gut.«
Martin Schüler, Berliner Zeitung

»Dieser im besten Sinne unbequeme Roman ragt aus der meist selbstreflexiven deutschsprachigen Gegenwartsliteratur heraus. Hendrik Otremba wagt etwas und belohnt seine Leser. Er findet nicht nur eindrucksvolle Bilder für seine spektakuläre Erzählung, sondern auch eine ebenso radikale wie poetische Sprache für das, was wir uns nicht vorstellen wollen. Sie funkelt vor allem dann, wenn er von der Finsternis der Welt in das innere Dunkel seines tragischen Helden wechselt. Dahin, wo die schmerzhaft-schönen Erinnerungen liegen.«
Thomas Hummitzsch, Freitag

»Es ist eine literarische Weltuntergangsumarmung, aus der man sich nur schwerlich lösen kann.«
Arno Frank, Der Spiegel

»Soghaft intelligente Post-Anthropozän-Prosa.«
Erik Heier, tip Berlin

»Im Roman ›Der Gräber‹ gibt es alles: grotesk-absurde Komik, tiefe Traurigkeit, Brisanz. […] ›Der Gräber‹ ist ein erschreckend plausibler dystopischer Roman […] Unsterblich, aber nicht unberührbar: In ›Der Gräber‹ erlebt die Hauptfigur die Zeit mehrerer Menschenleben, Untergang und Sehnsucht. Der Roman bietet Aha-Momente, ein wenig Grusel – und Zärtlichkeit.«
Paula Konersmann, Katholische Nachrichten Agentur

»Der Roman lebt von den Eindrücken und den Stimmungen, die er erzeugt. Kluge Sätze leben hier in einem letzten menschlichen und möglichen Szenario. Es ist immer wieder der Mensch, der sich unverändert in neue Laufbahnen beamt und eventuell nicht lernfähig und dadurch womöglich nicht lebensfähig ist. Doch gibt es im Roman auch die Liebe, das Schöne innerhalb der Ruinen. Neben der Zerstörung und dem Untergang gibt es somit auch Hoffnung.  Otremba hat ersichtlich viel Spaß und Mühen auf sich genommen, diese Welt zu erschaffen, zu zerstören und aufzubauen. Er erfindet Bilder und Sprachen für eine Zukunft, in die er den Gräber setzt, der nun auf uns zurückblickt und womöglich weiterhin in und für uns überdauert.«
leseschatz

»Wer nach einem Buch sucht, das nachhallt, das ohne sich aufzudrängen, eine (leider gar nicht so abwegige) Zukunftsperspektive der Menschheit beschreibt, die aus den Erfahrungen unserer Gegenwart möglich wäre, wird in ›Der Gräber‹ ein beeindruckendes Leseerlebnis finden.«
literatur-blog.at

Weitere Stimmen zu Hendrik Otremba

»Otrembas Kunst besteht darin, dass die Gedanken, Gefühle, Einsichten und Beobachtungen im Text unabhängig voneinander gelesen werden können, aber sich gleichzeitig organisch in die Rahmenhandlung einfügen. Der Schriftsteller hat sich mit der Form des Romans beschäftigt, hat einen dramaturgischen Zusammenhang erzeugt, der die Leser über 500 Seiten an den Text bindet. Der Sog der Erzählung entsteht auch durch die Stimmung der Melancholie und der Wehmut.«
– Frankfurter Allgemeine Zeitung, Thomas Combrink (über den Roman ›Benito‹)

»›Benito‹ ist ein anarchistischer Roman, der um die Gefahren eines Denkens weiß, das sich auf die Souveränität des Einzelnen beruft. Im Anarchismus ist für Otremba aber der ursprüngliche magische Impuls aufbewahrt, den die Menschen der Moderne vergessen haben: Die Welt erschließt sich nur im Hier und Jetzt. Benito gibt seinem Freund also ein Mantra auf den Weg: ›Ich bin hier, jetzt gerade, in diesem Augenblick.‹«
– taz, Ulrich Gutmair

Autor

Hendrik Otremba, geboren 1984 in Recklinghausen, ist Schriftsteller, bildender Künstler und Sänger der Gruppe Messer. Außerdem arbeitet er in Deutschland und der Schweiz als Dozent für Kreatives Schreiben und gelegentlich als Kurator. Als freier Journalist schreibt er sporadisch über Musik. Seine Malereien werden als Plattencover und in verschiedenen Magazinen veröffentlicht und ausgestellt.

2017 ist sein Debütroman ›Über uns der Schaum‹ (Verbrecher Verlag) erschienen, 2019 folgte sein zweiter Roman ›Kachelbads Erbe‹. Sein dritter Roman ›Benito‹ wurde 2022 bei MÄRZ veröffentlicht, wo 2023 auch sein Gedichtband ›Wüstungen, Nebel‹ folgte. Parallel dazu erschien sein erstes Soloalbum ›Riskantes Manöver‹. Mit der Gruppe Messer hat er bisher sechs Alben herausgebracht, zuletzt 2024 ›Kratermusik‹.

Hendrik Otremba, Foto: Fine Sträter

Foto: Fine Sträter

Zusätzliche Information

Gewicht200 g
Größe21 × 14,8 × 3 cm

Produktsicherheit

Sicherheitshinweise

Gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR) Art. 9 Absatz 7 Satz 2 ist für einfache Produkte – wie z.B. Bücher und Postkartenbücher –, die »auch ohne Anweisungen und Sicherheitsinformationen sicher und wie vom Hersteller vorgesehen verwendet werden« können, keine Sicherheitsinformation vorgeschrieben.