Wachskind

Roman
Aus dem Dänischen von Alexander Sitzmann
188 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag

Voller Magie, Mystik und altem Wissen: Ein Roman mit überlieferten Zaubersprüchen, historischen Hexenhandbüchern und Gerichts­protokollen.

Marke:

19,9925,00

Beschreibung

Mit ihrem neuen Roman ›Wachskind‹ liefert Ravn eine ungeahnte literarische Perspektive auf die Zeit der europäischen Hexenverbrennungen.

Christence Kruckow, eine unverheiratete Adlige, wird im Dänemark des 17. Jahrhunderts der Hexerei beschuldigt. Ihr und mehreren anderen Frauen wird nachgesagt, sie seien vom Teufel besessen. Dieser sei in Gestalt eines großen kopflosen Mannes zu ihnen gekommen und habe ihnen dunkle Kräfte verliehen: Sie könnten Menschen ihr Glück rauben, unchristliche Taten begehen und Pest oder Tod verursachen. Dadurch droht ihnen allen der Scheiterhaufen.

Olga Ravn erzählt in ›Wachskind‹ eine beunruhigende Horrorgeschichte über Brutalität und Macht, Natur und Hexerei, die in den fragilen Gemeinschaften des vormodernen Europas spielt. Dabei greift sie neben üppiger Erzählkunst und reicher Fantasie auch auf Originalquellen wie Briefe, Zaubersprüche, Handbücher und Gerichtsdokumente zurück.

Presse

»Ob die Frauen wirklich Magie betreiben, ist Nebensache. Zwar gibt es die mit Haaren und Nägeln gespickte Puppe, doch sie nützt nichts. Weder leiden Christences Widersacher, noch kann das Wachskind seine Weisheit teilen. Nicht einmal die nuancierten Männerfiguren, die an ihrer Anklage zweifeln, können die Prozesse noch stoppen. Es wäre alles hoffnungslos, wäre dieser Text nicht so menschlich, suchten seine Figuren nicht so unablässig nach Nähe und Verbindung. Auch und gerade die verfluchte Puppe. Mit niemandem wird man sich in diesem Herbst besser gruseln als mit ihr.«
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, Susanne Romanowski

»Damit ist Olga Ravns Wachskind ein sprachlich anspruchsvoller, klug konstruierter Roman über die Hoffnung gelungen, die in gemeinsamem Widerstand steckt.«
– Deutschlandfunk, Büchermarkt, Nils Schniederjann

»Olga Ravn ist eine der innovativsten Schriftstellerinnen Dänemarks. Ihr neuer Roman führt tief hinein in die dunkle Zeit der Hexenverbrennungen. (…) Die Handlung von ›Wachskind‹ lotet klug die Grenzen der Freiheit von Frauen in einer patriarchalen Gesellschaft aus. Sie warnt davor, wie schnell die männliche Angst vor Machtverlust in Gewalt münden kann, vor allem wenn sie durch religiöse Paranoia verstärkt wird.«
taz, Johann Voigt

»Noch grandioser allerdings ist das erzählende Wachskind selbst, dem die Fische und Fliegen zuflüstern können, das aber auch den ›Fäden der Wandteppiche‹ etwas ablauscht und den Graspollen – und das die Welt aus Blut, Spucke oder Tinte erschmecken kann. So ist die größte Zauberkraft in diesem Buch die Sprache. Eine Sprache, deren vielsträhnige Bilder immer auch unsere Gegenwart reflektieren. Wie meint das Wachskind einmal? ›Ich spreche für euch.‹«
– Deutschlandfunk Kultur, Lesart, Nico Bleutge

»Ravn ist eine der brillantesten jungen Autorinnen Europas; die unheimliche Sci-Fi-Erzählung der Dänin, ›Die Angestellten‹, hat 2021 den International Booker nur knapp verfehlt. Dieser Roman nun, über einen dänischen Hexenprozess im 17. Jahrhundert, erzählt eine düstere Geschichte von Magie, Gewalt und der tödlichen Macht der Vorstellungskraft.«
The Telegraph – The Greatest Books of 2025

»Literatur über Hexenprozesse beruht meist auf der Prämisse, dass die angeklagten Frauen unschuldig sind – dass man sie im Ort einfach nicht mag oder dass sie ein bisschen zu meinungsstark sind. Der Roman der dänischen Autorin Olga Ravn dreht diese Idee um – was, wenn sie wirklich Hexen gewesen wären? Sie hat vier Frauen wieder zum Leben erweckt, die im Dänemark des 17. Jahrhunderts wegen Hexerei hingerichtet wurden, und erzählt ihre Geschichten aus der Perspektive einer ungewöhnlichen Erzählerin: einer allwissenden Wachspuppe. Das Ergebnis ist unheimlich, fesselnd und plastisch: Man kann den Met schmecken und den Schweinemist riechen.«
The Sunday Times – Best Books of 2025

»Schenk deinem einschüchternd belesenen Freund bloß keinen der Booker-Shortlist-Titel – die hat er schon, und die Meinung dazu gleich mit. Greif stattdessen zu dieser seltsamen, aber opulenten Geschichte, die im Dänemark des 17. Jahrhunderts spielt. Sie folgt vier Frauen, die der Hexerei beschuldigt werden, und wird von einer unheimlichen, aber packenden Erzählerin erzählt: einer allwissenden Wachspuppe. Sie hat gute Chancen, im nächsten Jahr für den International Booker Prize nominiert zu werden – hiermit wirkst du also sofort eingeweiht.«
The Times – Buy These Ten Books for Christmas

»Teils experimentelle historischer Roman, teils Beschwörungsformel: Der kurze Roman der dänischen Autorin (nach ihren früheren Büchern ›Die Angestellten‹ und Meine Arbeit) kreist um einen Hexenprozess im Nordjütland des 17. Jahrhunderts. Erzählt wird die Geschichte von einer aus Bienenwachs geschnitzten Puppe … Die seltsame, dinghafte Art des Wachskinds erlaubt es ihm, in die Nieren des Königs zu reisen, alle Flöhe der Stadt ›in einer einzigen Vision‹ zu sehen und den Puls der Menschen zu trinken, die sie halten. Es ist ein faszinierendes und völlig unmenschliches Bewusstsein – eine von vielen erstaunlichen Leistungen dieses Buches.«
Vulture – The Best Books of 2025

»Wunderschön schillernd. Die beste historische Literatur kann den trockensten Archivfund in eine Offenbarung verwandeln – und hier ist der Beweis.«
Times Literary Supplement

»Ein subversiver Wandteppich, zusammengenäht aus Poesie, Schönheit und Gewalt.«
Financial Times

»Auf Folklore, Aberglauben, Klatsch und historischer Wahrheit fußend und die Grenzen zwischen allen vieren häufig verwischend, webt ›Wachskind‹ seine seltsame, schreckliche Magie wie ein Zauberspruch.«
Daily Mail

»Reich an Atmosphäre, schön, unheimlich und körperlich intensiv.«
Guardian

»Mit ›Wachskind‹ hat Olga Ravn ihr bisher bestes Buch geschrieben. (…) Die Sprache ist wie Wachs in Olga Ravns Händen, und es besteht kein Zweifel daran, dass dieser genreerneuernde historische Roman auch das Werk einer Dichterin ist. (…) Dabei erweist sich Ravn sowohl als wunderbare Sängerin als auch als zutiefst originelle Geschichtenerzählerin mit einer ganz besonderen Fähigkeit, die Schönheit hervorzubringen, die sich irgendwo zwischen der Welt der Dinge und der Welt der Poesie verbirgt.«
Kristeligt Dagblad

Urheber:innen

Olga Ravn, geboren 1986 in Kopenhagen, studierte Literarisches Schreiben an der dortigen Autorenschule. Neben der Veröffentlichung diverser und mit vielen Preisen ausgezeichneter Lyrikbände arbeitete sie als Literaturkritikerin, Lektorin und Übersetzerin. Ihre Romane ›Die Angestellten‹ und ›Meine Arbeit‹ wurden weltweit gefeiert und erschienen in der deutschen Übersetzung als Taschenbuch sowie als Theater- und Hörspieladaptionen.

Alexander Sitzmann, geboren 1974 in Stuttgart, studierte Skandinavistik und Slawistik an der Universität Wien, wo er heute forscht und lehrt. Er ist als literarischer Übersetzer aus dem Bulgarischen, Mazedonischen und den skandinavischen Sprachen tätig. Für seine Arbeit wurde er vielfach ausgezeichnet, etwa mit dem Österreichischen Staatspreis für literarische Übersetzung und dem Brücke Berlin Theaterpreis. Zuletzt erschien bei MÄRZ seine Übersetzung von Cecilie Linds Roman ›Mädchentier‹.

Foto: Sara Galbiati
Foto: Sara Galbiati

 

Zusätzliche Information

Gewicht726 g
Größe22,0 × 14,7 × 3,8 cm
Marke

MÄRZ Verlag

Produktsicherheit

Sicherheitshinweise

Gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR) Art. 9 Absatz 7 Satz 2 ist für einfache Produkte – wie z.B. Bücher und Postkartenbücher –, die »auch ohne Anweisungen und Sicherheitsinformationen sicher und wie vom Hersteller vorgesehen verwendet werden« können, keine Sicherheitsinformation vorgeschrieben.

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